Historische Daten zum Finanzmarkt

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen einige interessante Informationen zum Finanzmarkt näher bringen, welche Sie bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen sollten. die Informationen stammen Großteils aus dem Buch „Stocks for the Long Run“ von Jeremy J. Siegel.
– Seit 1802 haben US-Aktien eine reale Rendite von 6,6% erwirtschaftet (real bedeutet, dass die Inflation bereits abgezogen wurde). Dies ist der konstanteste Trend von allen Asset-Klassen. Anleihen haben 3,6% Rendite, Treasury-Bills 2,7%, Gold 0,7%, US-Dollar -1,4% gebracht.
– In einem Zeitraum von 7-15 bzw. sicher über 20 Jahren weisen Aktien historisch immer eine positive Rendite auf, Anleihen hingegen nicht immer.
– Weltweit haben die Aktien im Schnitt 5,4% Rendite abgeworfen und dabei immer die Anleiherenditen übertroffen.
– Das Median-Kurs-Gewinn-Verhältnis für die letzte 12 Monate beträgt seit 1871 14,5, für die nächsten 12 Monate 15,09. Beachten Sie dies bei Ihren Kaufentscheidungen. Die Median Gewinnrendite kann man als 1/KGV berechnen. Dies ergibt bei 1/15= 6,67% reale Rendite auf Aktien.
– Anleihen können langfristig gefährlich sein, da sie stark von der Inflation abhängen. Aktien hingegen behalten die Kaufkraftparität (Purchasing-Power-Parity), dienen also als erstklassiger Inflationsschutz.
– Wirtschaftszyklen vorauszusagen ist sehr lukrativ, aber unmöglich, auch für Profis. Aktienmärkte steigen/sinken generell früher als die Wirtschaftszyklen ihren Höhe/Tiefpunkt erreichen.
– Achtung auf Bewegungen der Zentralbanken, Aktionen werden sehr früh eingepreist. Man soll nie gegen die Zentralbanken wetten.

– Zu erwähnen ist zudem, dass keine Asset-Blase über einen längeren Zeitraum von den fundamentalen Werten entfernt bleibt. Das heißt, dass Über- und Untertreibungen bei den Preisen langfristig immer ausgeglichen werden (Mean-Reversion-Effekt)
– Diversifikation ist langfristig sehr wichtig, kurzfristig eher nutzlos. Verschiedene Asset-Klassen korrelieren nur langfristig miteinander (z.B. Rohstoffe, Treasury Bonds mit S&P 500 negative Korrelation nur wenn Inflation vorherrscht).
– Sinkendes Wachstum in den entwickelten Märkten wird auch künftig durch Wachstum in den Emerging-Markets aufgefangen. Indien wird wohl der größte Markt werden, Afrika wird noch Jahrzehnte brauchen bis sie aufschließen. Bekannte westliche Marken sind die großen Profiteure vom Aufschwung in Emerging-Markets z.B. Apple in Asien.
– Thema Steuern: Dividenden werden sofort besteuert, Capital Gains erst bei Verkauf. Deshalb kann bei Capital Gains der Zinseszinseffekt seine volle Wirkung entfalten, da es besser ist wenn Steuern erst am Ende bezahlt werden.
– Thma Bilanzierung: Quartalsgewinne können auf 3 verschiedene Arten erstellt werden: operating earnings (von Analysten verwendet, zumeist höher als GAAP-Gewinn), GAAP-Gewinne, Firm Operating non GAAP-Gewinne. Beim Vergleich von Quartalsgewinnen muss stehts darauf aufgepasst werden, wie dieser berechnet wurde.

If You Can – Wie werde ich zum Millionär

In diesem Beitrag will ich Ihnen zeigen wie Sie einfach und ohne großen Aufwand gute Investmenterfolge erreichen können.

William J. Bernstein ist ein US-amerikanischer Autor und Neurologe. Er hat 2014 eine interessante Publikation veröffentlicht in der beschrieben wird, wie Millennials, aber auch alle anderen Menschen, langsam reich werden können.
Es wird versprochen, dass jeder mit einer Strategie, die ein 7 Jähriger versteht, 15 Minuten Arbeit pro Jahr verlangt und 90% der professionellen Anleger schlägt, zum Millionär werden kann.

Die Strategie

Starten Sie indem sie 15% ihres Einkommens in einen steuerbegünstigten Pensionsfond investieren. Diese Investition teilt sich zu je einem Drittel in einen:

  • US Aktienmarktfonds
  • Internationalen Aktienmarktfond
  • US Anleihenmarktfond
  • Für Europäer kann man hier anstelle der US Fonds einfach europäische Fonds nehmen (informieren Sie sich hierzu bei Ihrem Arbeitgeber ober bei Ihrer Bank). Neben einer Investition in Pensionsfonds kann dieselbe Strategie auch mit kostengünstigen Index-ETFs umgesetzt werden (Kosten ca. 0,10%-0,30%), wobei hier die Steuervorteile und die Beitragszahlung durch den Arbeitgeber wegfallen.
    Da sich die Fonds über die Jahre unterschiedlich entwickeln muss man jährlich ein Rebalancing vornehmen, d.h. man passt die Fonds so an, dass jeder Fonds genau ein Drittel des Gesamtvermögens ausmacht. Bei einem automatischen Pensionsfonds sind dies die benötigten 15 Minuten.
    Wenn dies ein 25 Jähriger über die gesamte Arbeitszeit umsetzt, wird er mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die Rendite sämtlicher professioneller Anleger schlagen und hat genug Reserven akkumuliert um beruhigt in den Ruhestand treten zu können.
    Diese Vorgangsweise ist sehr wichtig um die Schwächen der aktuellen Rentensysteme, sprich die Vorsorgelücke, auszumerzen und ähnlich beruhigt in den Ruhestand zu treten wie unsere Vorfahren. Und die einzige Person die das kann sind Sie selbst.
    Kurz und knapp sind hier alle wichtigen Punkte angeführt und Sie können mit dem Lesen an dieser Stelle aufhören. Beachten Sie jedoch, dass es immer ein „IF“ gibt.

    Die Hürden
    15% pro Jahr sparen ist einfacher gesagt als getan, dazu braucht es sehr viel Disziplin (auch Abnehmen ist in der Theorie einfacher als in der Praxis). Nachfolgend werden einige Hürden angeführt:

    Hürde Nr. 1: Menschen geben zu viel Geld aus. Jeder will das neueste iPhone, die besten Klamotten und die schönsten Häuser. Bei einem Verdienst von 50.000€ beträgt die erforderliche jährliche Ersparnis 7.500€ oder 625€ pro Monat. Indem man auf den einen oder anderen Luxus verzichtet (hier empfiehlt es sich die Ausgaben akribisch zu erfassen) kann man sicherstellen im Alter weiterhin einen zumindest gleichbleibenden Lebensstil führen zu können.

    Hürde Nr. 2: Sie brauchen ein angemessenes Finanzwissen. Eine grundlegende Kenntnis der Funktionsweise von Märkten und Produkten ist sehr wichtig, verhindert Verluste und beugt gegen eine Abzocke von dem einen oder anderen Finanzvermittler vor. Hierfür ist kein kostenintensives Studium von belangen, die Finanzwissenschaften sind erstaunlich einfach zu verstehen.

    Hürde Nr. 3: Lerne die Grundzüge der Finanzmarktgeschichte. Unerfahrene Investoren neigen bei extremen Marktbewegungen und Krisen zu einer Überreaktion. Die Finanzgeschichte zeigt jedoch, dass sich solche Muster dauernd wiederholen. Frei übersetzt nach Mark Twain „Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich“.

    Hürde Nr. 4: Seinen größten Gegner – sich selbst – zu besiegen ist ein harter Kampf. Menschen sind von Grund auf nicht für das Management von langfristigen Risiken geschaffen. Die Evolution zeigt uns, dass Menschen Risiken als kurzfristige Ereignisse einschätzen, sie wurden für den Kampf gegen wilde Tiere und das Überleben in einem rauen Umfeld konstruiert. Im Finanzbereich müssen die Risiken jedoch über Jahrzehnte gesehen werden, es wird immer wieder vorkommen, dass große Geldsummen verloren gehen und wieder gewonnen werden, dies sind jedoch nur kurzfristige Ereignisse die vorüber gehen (Schlange und Tiger). Das wahre Risiko besteht darin einen langfristigen disziplinierten Sparplan beizubehalten und sich von den Kapriolen an den Finanzmärkten nicht beeinflussen zu lassen.

    Hürde Nr. 5: Erkennen die Monster der Finanzindustrie. Sie sind nicht als Monster verkleidet, sondern kommen zumeist in Anzug und Krawatte. Die meisten Finanzvermittler verfolgen nicht Ihre Ziele, merken Sie sich das.

    Nur wenn Sie diese fünf Hürden erfolgreich meistern, kann die angeführte Strategie funktionieren. Sie stellt eine gute Orientierung dar, wie Sie zum Ziel kommen, erfordert jedoch einigen Aufwand und Zeit. Es zahlt sich jedoch auf jeden Fall aus.
    Lesen Sie diese Anleitung von Zeit zu Zeit durch und folgen Sie den nachfolgend angeführten Empfehlungen.

    Die Aufgaben

    Hürde Nr. 1: Selbst wenn Sie wie Warren Buffett investieren können, wenn Sie nicht sparen, werden Sie arm sterben
    Die exakte benötigte Sparquote um beruhigt in den Ruhestand treten zu können muss jeder für sich selbst ausrechnen. Für einen ca. 25 jährigen der mit 65 in Ruhestand gehen möchte empfiehlt sich grob geschätzt eine Sparquote von zumindest 15% des Einkommens.
    Grundregel Nummer: Tilgen Sie zuerst Ihre Schulden. Reizen Sie anschließend die Steuervorteile bei Einzahlungen in Pensionsfonds bis aufs Maximum aus. Anschließend können Sie in weitere kostengünstige Indexfonds investieren.
    Empfohlene Lektüre: „The Millionaire Next Door“ von Stanley und Danko

    Hürde Nr. 2: Die Finanzwissenschaften sind nicht extrem kompliziert, jedoch sollten Sie sie genau verstehen
    Sie sollten zumindest wissen was Aktien und Anleihen sind und deren Eigenschaften kennen. Des Weiteren sollten Sie ihre Risikoneigung kennen. Die meisten Menschen scheuen Risiken und verzichten dadurch auch auf höhere Erträge. Anleihen sind im Grunde die sichereren Anlagen, besitzen jedoch weniger Ertragschancen als Aktien. Die höheren Ertragschancen bei Aktien gehen jedoch mit bedeutend höheren Risiken einher, bei den großen Finanz-Crashes haben sie z.B. 60-90% Kursverluste gemacht. Auch wenn diese Risiken temporär sind und immer wieder aufgeholt wurden, das kurzfristige Gefühl sehr viel Geld verloren zu haben ist nicht jedermanns Sache. Solche Kursstürze vorherzusagen ist unmöglich, auch für Experten. Zudem muss man immer bedenken, dass es bei einem Kauf immer auch einen Verkäufer geben muss. Nur weiß man nicht wer dieser ist und auch nicht ob dieser eventuell mehr weiß wie man selbst.
    Schlussendlich gibt es zwei Anlagemöglichkeiten: riskante (hohe Erträge, hohe Risiken – Aktien) und sichere (niedrige Erträge, niedriges Risiko – Staatsanleihen, Festgeldkonten). Die geeignete Mischung aus diesen zwei muss jeder für sich selbst finden. Eingangs wurde ein Portfolio vorgeschlagen, welches zu 67% aus Aktien und zu 33% aus Anleihen besteht.
    Die langfristigen Renditen von diesen Anlagen sind relativ einfach zu berechnen, kurzfristige Prognosen machen wenig Sinn. Bei Anleihen kann man z.B. die Erträge von 30-jährigen Staatspapieren anschauen um sich den nominellen Ertrag auszurechnen. Nominell deswegen, da von den Zinscoupons noch die Inflation abgezogen werden muss (die Zentralbanken haben hier ein Ziel von ca. 2% Inflation pro Jahr).
    Bei Aktien sind die Erträge etwas höher, wobei sich diese aus der Dividende und dem Wachstum zusammensetzen.
    Empfohlene Lektüre: „Common Sense on Mutual Funds“ von Jack Bogle

    Hürde Nr. 3: Wer die Geschichte der Finanzmärkte ignoriert ist verdammt sie zu wiederholen
    Investoren müssen wissen, dass die aktuelle Lage der Wirtschaft und zukünftige Aktienerträge nicht miteinander korrelieren.
    Genau das Gegenteil trifft zumeist ein, wenn die Wirtschaft floriert sind künftige Aktiengewinne klein, wenn die Wirtschaft stagniert sind hohe Renditen zu erzielen. Wenn Menschen denken, dass alles rosig ist sind sie bereit höhere Preise für riskantere Anlagen zu bezahlen. Dies senkt den zukünftigen Ertrag und erhöht das Risiko.
    Es ist zudem wichtig über die emotionale Lage am Markt Bescheid zu wissen. Wenn Ihnen der Taxi-Fahrer Aktientipps gibt, wie zu Zeiten der Internet-Blase, dann wissen Sie es wird Zeit auszusteigen. Wenn jeder gekauft hat, ist niemand mehr da der weiter kaufen kann, also können die Kurse nur mehr sinken.
    Dieses Wissen nützt Ihnen jedoch immer noch nichts um den Markt zu timen (d.h. im richtigen Moment einzusteigen oder auszusteigen). Es hilft Ihnen nur zu Wissen, was Sie vom Markt erwarten können und verhindert, dass Sie zu einem ungünstigen Zeitpunkt alles auf eine Karte setzen.
    Das vorgeschlagene 33%-Portfolio ist eine einfache und effiziente Art des Marktimings. Da Sie hier, wenn z.B. Aktien besonders gute gelaufen sind einen Teil verkaufen und in Anleihen investieren. Somit verkaufen Sie hoch und kaufen wenn die Instrumente im Ausverkauf sind. Ihre historischen Kenntnisse des Finanzmarktes helfen Ihnen hier gegen den Fluss zu schwimmen.
    Empfohlene Lektüre: „Devil Take the Hindmost“ von Edward Chancellor und “The Great Depression: A Diary” von Benjamin Roth.

    Hürde Nr. 4: Wir haben den Feind gefunden und es sind wir selbst
    Die Hauptverantwortliche Person unser Ruhestandsportfolio zu zerstören sind wir selbst. Menschen haben in Ihrer Geschichte gelernt aufgrund von kurzfristigen Handlungen zu überleben. Es war sehr wichtig gegen Feind- und Tierangriffe kurzfristige richtige Entscheidungen zu treffen um zu überleben. Was der Mensch in seiner Evolution jedoch nicht gelernt hat, ist langfristige Entscheidungen korrekt zu treffen. Und genau dies ist am Finanzmarkt wichtig.
    Weiters neigen Menschen dazu sich zu überschätzen (80% der Autofahrer denken sie können besser fahren als der Durchschnitt). Zudem neigt der Mensch dazu vergangenes unendlich in die Zukunft zu verlängern. Für die meisten Menschen dauern Bullen- und Bärenmärkte eine gefühlte Ewigkeit.
    Der Mensch versucht laufend Pfade zu finden (z.B. Charttechnik), wobei ein Großteil des Finanzgeschehens auf zufälligen Lärm beruht.
    Empfohlene Lektüre: „Your Money and Your Brain“ von Jason Zweig.

    Hürde Nr. 5: Die Finanzindustrie will dich arm und dumm machen
    Sie sollten Ihre Finanzberater vergessen, da Sie nun zum einen über genügend eigenes Wissen verfügen und zum anderen ein Großteil der Berater das Ziel hat sich selbst zu bereichern. Vermeiden Sie Newsletter, E-Mail-Werbung, Hedge-Funds usw. Diese haben das Ziel, selbst so viel wie möglich zu verdienen. Finanzbroker müssen z.B. keinen Eid ableisten oder ein Doktorats Studium absolvieren um ihren Beruf ausführen zu können. Anstelle von Investmentfonds sollten Sie in kostengünstige Indexfonds wie z.B. ETFs investieren.
     

    Die Vorgangsweise

    • Zahlen Sie Ihre Schulden zurück;
    • Nützen Sie die Steuervorteil und die Beiträge von Seiten des Arbeitgebers bei Pensionsfonds aus;
    • Bewahren Sie genug Geld in kurzfristigen Depots und Girokonten auf um Ihre Lebenskosten der nächsten 6 Monate zu decken;
    • Nun können Sie wirklich mit dem Sparen anfangen; Nutzen Sie sämtliche Investmentmöglichkeiten die Ihnen Steuervorteile bringen voll aus;
    • Investieren Sie in kostengünstige Indexfonds;
    • Behalten Sie Ihre gewünschte Portfolioausrichtung stets bei (z.B. 33% Portfolio);
    • Setzen Sie nie alles auf eine Karte und tätigen Sie Ihre Investitionen konstant, z.B. durch monatliche gleichbleibende Einzahlungen;
    • Führen Sie das jährliche Rebalancing durch.

    Empfohlene Lektüren: „How a Second Grader Beats Wall Street” Allan Roth, “All About Asset Allocation” Rick Ferri.

     
    Quelle: “If You Can – How Millennials Can Get Rich Slowly” von William J. Bernstein, 2014

    Herzlich Willkommen!

    Hallo auf meinem Blog!

    Ich bin seit mehreren Jahrzehnten am Finanzmarkt tätig und habe in dieser Zeit einige der größten Auf und Ab’s der Börsengeschichte erlebt. Nach Jahren in der Finanzbranche möchte ich an dieser Stelle meine Erfahrungen weitergeben und sowohl Börsenneulingen als auch Profis wertvolle Inputs zum besseren investieren geben.

    Dies ist kein Blog der Ihnen sagt wie Sie schnell reich werden. Vielmehr will ich Ihnen den Prozess darstellen, wie man einfach und effizient langfristige und nachhaltige Renditen am Markt erzielen kann. Wie man sich ein schönes Polster für den Ruhestand anhäufen kann. Und nicht zuletzt wie man viel Spaß in der schnelllebigen Finanzwelt von heute haben kann.

    In diesem Sinne, gutes Investieren!!

    Ihr Aktieninsider